9. Podiumsdiskussion am 9.9.2026 in Hamburg im Mövenpick Hotel

Steigende Compliance-Anforderungen in Zeiten von Protektionismus und stagnierendem Wachstum. Geht das für den europäischen Mittelstand gut aus?

In unserer Podiumsveranstaltung bringen wir Themen der erweiterten Hersteller- und Produktverantwortung mit der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Lage zusammen und betrachten die Herausforderungen für Unternehmen aus verschiedenen Blickwinkeln. Kostenlos für VERE Mitglieder!

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Recyclinggerechtes Verpackungsdesign: Hersteller sollen zur Erreichung der Recyclingquoten beitragen

Trotz hoher Wiederverwertungsraten zeigt sich das deutsche Recyclingsystem noch ausbaufähig. Zur Verbesserung der Quoten sollen Hersteller durch nachhaltiges und recyclinggerechtes Verpackungsdesign künftig einen wesentlichen Beitrag leisten.

Die Herstellerverantwortung für Verpackungen steht in Deutschland und der EU zunehmend im Mittelpunkt der öffentlichen und regulatorischen Debatte. Vor diesem Hintergrund haben das Umweltbundesamt (UBA) und die Zentrale Stelle Verpackungsregister (ZSVR) im Rahmen ihrer Jahrespressekonferenz am 27. Januar 2026 eine gemeinsame Pressemitteilung abgegeben, die den Erfolg des Deutschen Recyclingsystems bewertet.   

2024 wurden etwa 5,5 Millionen Tonnen Verpackungsabfälle aus den dualen Systemen verwertet. Die Gesamtverwertungsquote lag weiterhin bei über 90 Prozent und Recyclingziele für Papier, Pappe, Karton, Metalle und Kunststoffe wurden eindrücklich erreicht. Glas, Getränkekartons und Verbundverpackungen blieben jedoch erneut hinter den Vorgaben zurück. Immerhin stieg die Sammlung von Leichtverpackungen um 1,5 Prozent, die Verwertung sogar um 2,1 Prozent. Indessen sank die Glassammelmenge abermals.  

Verbreitete Missverständnisse zum Recycling werden beleuchtet  

Ein zentraler Fokus der Pressekonferenz lag auf der Widerlegung alltäglicher Mythen zum Kunststoffrecycling. Entgegen der häufigen Annahme, Deutschland recycelte nur sehr wenige Kunststoffverpackungen, zeigen die Zahlen von ZSVR und UBA, dass die werkstoffliche Kunststoffverwertung seit 2018 von 42 Prozent auf 70 Prozent gestiegen ist. Somit wurden mehr als 70 Prozent der systembeteiligten Kunststoffverpackungen einer werkstofflichen Verwertung zugeführt.     

Auch werden die Inhalte der gelben Säcke und Tonnen nicht hauptsächlich verbrannt, tatsächlich würde mehr als die Hälfte des Inhalts dem Recycling zugeführt, so ZSVR und UBA. 2024 lag die gesetzlich geforderte Recyclingquote mit 52,55 Prozent über dem Mindestwert. Modernste Sortieranlagen wie Siebmaschinen, Windsichtern, Magnet- und Wirbelstromscheidern, Ballistikseparatoren sowie Nahinfrarot-(NIR)-Trenner sortieren Verpackungen effizient in bis zu 17 Fraktionen und erkennen Fehlwürfe zuverlässig. Diese Fehlwürfe verursachen aber hohe Kosten, bergen Risiken für Menschen und Maschinen (z. B. durch Lithium-Ionen-Akkus) und verfälschen das Sortierergebnis.  

Neben Kunststoffrecycling wurde auch Altglas auf der Pressekonferenz thematisiert. Weiß-, Grün- und Braunglas werden bei der Abholung getrennt und in speziellen Kammern gesammelt; der Ablauf ist stets lückenlos überprüfbar. Dennoch werden die gesetzlichen Recyclingquoten für Glas seit 2022 nicht erreicht; allein 2024 fehlten rund 160.000 Tonnen. Behälterglas kann zwar beliebig oft recycelt werden, doch wenige und unattraktive Containerstellplätze sorgen laut ZSVR und UBA für einen Rückgang.     

Hersteller sollen zur Erreichung der Recyclingquoten beitragen  

Vor dem Hintergrund, die auferlegten Recyclingquoten besser erfüllen zu wollen, verschärft die Verpackungsverordnung (PPWR) die Anforderungen an alle Hersteller. So sollen ab 2030 nur recyclinggerechte Designs für alle Verpackungen verwendet werden, sodass mindestens 70 Prozent stofflich verwertbar oder wiederverwendbar sind. Für die richtige Erkennung und Zuordnung durch Sortiermaschinen sind Materialeigenschaften, Gestaltung, Farben, Verbundmaterialien und Etiketten maßgebend.    

Studien des Umweltbundesamtes sehen Potenzial für weitere Verbesserungen in puncto Verpackungsdesign und konsequente Mülltrennung, schlagen jedoch auch bürokratische Vereinfachungen für die Wirtschaft vor. Ein Referentenentwurf des BMUKN (Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit) aus November 2025 knüpft daran an und zielt auf die Absicherung des erreichten Niveaus, Technologieoffenheit und bürokratische Entlastung ab. Auf absehbare Zeit fallen die Anforderungen an die Gestaltung recyclingfähiger Verpackungen sowie an die Beteiligung an Sammel- und Verwertungssystemen jedoch weiterhin in die Verantwortung der Hersteller.   

Der VERE e.V. ist mit den beteiligten Kreisen in Kontakt, setzt sich gegen eine übermäßige Belastung seiner Mitglieder ein und hält sie mit dem „VERE Insider“ über die weitere Entwicklung informiert.  

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