9. Podiumsdiskussion am 9.9.2026 in Hamburg im Mövenpick Hotel

Steigende Compliance-Anforderungen in Zeiten von Protektionismus und stagnierendem Wachstum. Geht das für den europäischen Mittelstand gut aus?

In unserer Podiumsveranstaltung bringen wir Themen der erweiterten Hersteller- und Produktverantwortung mit der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Lage zusammen und betrachten die Herausforderungen für Unternehmen aus verschiedenen Blickwinkeln. Kostenlos für VERE Mitglieder!

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Aktionsprogramm zur Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie

Teil des Aktionsprogramms sind auch rechtliche Verbesserungen, wie zum Beispiel ein neues nationales Textilgesetz sowie das angestrebte Verbot von elektronischen Einweg-Zigaretten, die Novellen des Kreislaufwirtschaftsgesetzes, des Verpackungsrechts und der Ersatzbaustoffverordnung. Deutschland bringt sich zudem maßgeblich in die Verhandlungen um ein neues Kreislaufwirtschaftsgesetz auf EU-Ebene sowie das UN-Plastikabkommen ein.

Die deutsche Wirtschaft steht vor einem grundlegenden Umbau: Die Bundesregierung treibt mit einer Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie eine Politik voran, die den Einsatz neuer Rohstoffe deutlich reduzieren und Materialien stärker im Kreislauf halten soll. Bis Ende 2027 soll ein umfangreiches Aktionsprogramm mit zwölf Maßnahmen die Transformation beschleunigen. Insgesamt stehen bis 2029 rund 260 Millionen Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds bereit. Ziel ist es, die Wirtschaft unabhängiger von Rohstoffimporten zu machen und ihre Widerstandsfähigkeit in einer zunehmend unsicheren Weltlage zu stärken.

Neue Infrastruktur für zirkuläre Wirtschaft

Kern des Programms sind neue Strukturen zur Förderung von Innovation und Investitionen. Eine zentrale Umsetzungsplattform soll ab Herbst 2026 Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung vernetzen und neue Wertschöpfungsketten, wie etwa im Recycling von Batterien oder Infrastrukturmaterialien, ermöglichen. Ergänzt wird das Ganze durch ein Förderprogramm „Zukunft Kreislaufwirtschaft“, das ab Ende 2026 neue Produktionsverfahren, Rohstoffrückgewinnung und digitale Anwendungen unterstützt. Parallel soll eine Digitalisierungsinitiative digitale Produktpässe, Datenräume und KI-Lösungen voranbringen. Auch die öffentliche Beschaffung wird gezielt eingesetzt: Unternehmen mit Bundesbeteiligung sollen deutlich mehr Recyclingprodukte einkaufen. Gleichzeitig sollen Regeln vereinfacht werden, um den Einsatz von Sekundärrohstoffen zu erleichtern.

Strengere Regeln für Produkte und Handel

Besonders spürbar wird der Wandel im Recht: Neue Vorgaben betreffen unter anderem Textilien, Verpackungen und Ersatzbaustoffe. Hersteller sollen künftig stärker nachweisen, wie Produkte verwertet werden. Gleichzeitig wird das Vernichten unverkaufter Ware im Onlinehandel untersagt. Die Richtung ist klar: Weg vom Wegwerfmodell, hin zu langlebigen, reparierbaren Produkten und funktionierenden Rücknahmesystemen. Ein digitaler Produktpass soll künftig Informationen zu Herkunft, Reparatur und Recycling liefern. Ergänzt wird das durch digitale Hilfen und KI-gestützte Systeme zur Reparaturunterstützung sowie lokale Reparaturangebote. Das Ziel: Produkte sollen deutlich länger genutzt, häufiger repariert und stärker wiederverwendet werden – ein direkter Angriff auf klassische Wegwerfstrukturen. Die Botschaft der Politik ist eindeutig: Eine Wirtschaft, die dauerhaft auf neue Rohstoffe setzt, soll schrittweise abgelöst werden. Für Industrie und Handel beginnt damit eine Phase tiefgreifender Anpassung – aber auch neuer Förder- und Marktchancen in einer Kreislaufwirtschaft, die gezielt auf Wiederverwertung und Innovation setzt.

Der VERE e.V. ist mit den beteiligten Kreisen in Kontakt und hält seine Mitglieder mit dem „VERE Insider“ über die weitere Entwicklung informiert.    

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