Dass 65 Milliarden Euro an Rohstoffen in Europas Elektroschrott ungenutzt bleiben, zeigt eine gemeinsame Studie der Boston Consulting Group (BCG) und der Initiative „Cradle to Cradle Electronics“, die zur IFA in Berlin vorgestellt wurde. Damit wird ein bislang unterschätztes Potenzial sichtbar: Jährlich gelangen rund 1,6 Millionen Tonnen kritischer Rohstoffe wie Kupfer, Aluminium, Lithium, Kobalt und seltene Erden in neue Geräte. Gleichzeitig entstehen in der EU mehr als 13 Millionen Tonnen Elektroschrott, während nur etwa 43 Prozent gesammelt werden.
Von ungenutztem Elektroschrott zur wichtigen Rohstoffquelle
Besonders deutlich werden diese Dimensionen bei Smartphones: Rund 700 Millionen Altgeräte liegen in europäischen Haushalten und binden etwa 50.000 Tonnen strategischer Rohstoffe. Durch Schreddern, Verbrennen und illegale Exporte gehen weitere Materialien und Komponenten verloren.
Die Studie fordert deshalb einen Wandel beim Produktdesign. Nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip sollen Geräte als Materialquellen konzipiert, frei von giftigen Stoffen, modular und einfach zerlegbar sein. So könnten Bauteile repariert, aufbereitet und erneut eingesetzt werden. Allein bei Waschmaschinen wären laut Studie Einsparungen von bis zu 50 Prozent des Materialbedarfs für Neugeräte möglich.
Der VERE e.V. ist mit den beteiligten Kreisen in Kontakt und hält seine Mitglieder mit dem „VERE Insider“ über die weitere Entwicklung informiert.
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