9. Podiumsdiskussion am 9.9.2026 in Hamburg im Mövenpick Hotel

Steigende Compliance-Anforderungen in Zeiten von Protektionismus und stagnierendem Wachstum. Geht das für den europäischen Mittelstand gut aus?

In unserer Podiumsveranstaltung bringen wir Themen der erweiterten Hersteller- und Produktverantwortung mit der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Lage zusammen und betrachten die Herausforderungen für Unternehmen aus verschiedenen Blickwinkeln. Kostenlos für VERE Mitglieder!

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EU-Verpackungsverordnung: wachsende Bürokratie droht trotz nachhaltiger Ziele

Die neue EU-Verpackungsverordnung soll Verpackungen umweltfreundlicher machen und die Kreislaufwirtschaft stärken. Die IHK für Oberfranken Bayreuth unterstützt diese Ziele ausdrücklich. Gleichzeitig schlägt sie Alarm: Fehlende Planungssicherheit, umfangreiche Nachweispflichten und zusätzliche Bürokratie könnten vor allem kleine und mittlere Unternehmen ausbremsen.

Mit der neuen EU-Verpackungsverordnung (PPWR) will die Europäische Union den Verpackungsverbrauch senken, nachhaltigere Verpackungen fördern, die Kreislaufwirtschaft stärken und einheitliche Regeln im europäischen Binnenmarkt schaffen. Nach Einschätzung der IHK für Oberfranken Bayreuth werden diese Ziele von den Unternehmen der Region grundsätzlich unterstützt. Aus Sicht der IHK liegt das größte Problem jedoch in der Umsetzung. Zahlreiche technische und rechtliche Vorgaben sollen erst später durch weitere Rechtsakte konkretisiert werden. Unternehmen müssen ihre Verpackungen und Investitionen jedoch bereits heute planen. Diese Unsicherheit erschwert langfristige Entscheidungen und führt teilweise dazu, dass Investitionen verschoben werden.

Zusätzliche Herausforderungen entstehen durch umfangreiche Nachweispflichten. Unternehmen sollen unter anderem dokumentieren, aus welchen Materialien Verpackungen bestehen und welchen Anteil recycelter Rohstoffe sie enthalten. Dafür sind Informationen aus oft komplexen Lieferketten erforderlich – ein erheblicher Aufwand, der insbesondere kleine und mittelständische Betriebe belastet. Die IHK betont, dass sich die Kritik nicht gegen strengere Umweltstandards richtet, sondern gegen wachsende Bürokratie, fehlende Planungssicherheit und das Risiko einer uneinheitlichen Umsetzung innerhalb Europas. Verwaltungs- und Compliance-Aufgaben würden Ressourcen binden, die Unternehmen stattdessen in Innovationen und nachhaltige Verpackungslösungen investieren könnten.

Von der Politik fordert die IHK deshalb einheitliche Regelungen in Europa, harmonisierte Meldesysteme, frühzeitig veröffentlichte technische Vorgaben, einfachere Nachweispflichten für kleine und mittlere Unternehmen sowie den Verzicht auf zusätzliche nationale Vorgaben über die EU-Verpackungsverordnung hinaus. Nach Ansicht der Kammer kann eine funktionierende Kreislaufwirtschaft nur gelingen, wenn Umweltziele und praktikable Umsetzung gleichermaßen berücksichtigt werden.

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