Mit der neuen EU-Verpackungsverordnung (PPWR) will die Europäische Union den Verpackungsverbrauch senken, nachhaltigere Verpackungen fördern, die Kreislaufwirtschaft stärken und einheitliche Regeln im europäischen Binnenmarkt schaffen. Nach Einschätzung der IHK für Oberfranken Bayreuth werden diese Ziele von den Unternehmen der Region grundsätzlich unterstützt. Aus Sicht der IHK liegt das größte Problem jedoch in der Umsetzung. Zahlreiche technische und rechtliche Vorgaben sollen erst später durch weitere Rechtsakte konkretisiert werden. Unternehmen müssen ihre Verpackungen und Investitionen jedoch bereits heute planen. Diese Unsicherheit erschwert langfristige Entscheidungen und führt teilweise dazu, dass Investitionen verschoben werden.
Zusätzliche Herausforderungen entstehen durch umfangreiche Nachweispflichten. Unternehmen sollen unter anderem dokumentieren, aus welchen Materialien Verpackungen bestehen und welchen Anteil recycelter Rohstoffe sie enthalten. Dafür sind Informationen aus oft komplexen Lieferketten erforderlich – ein erheblicher Aufwand, der insbesondere kleine und mittelständische Betriebe belastet. Die IHK betont, dass sich die Kritik nicht gegen strengere Umweltstandards richtet, sondern gegen wachsende Bürokratie, fehlende Planungssicherheit und das Risiko einer uneinheitlichen Umsetzung innerhalb Europas. Verwaltungs- und Compliance-Aufgaben würden Ressourcen binden, die Unternehmen stattdessen in Innovationen und nachhaltige Verpackungslösungen investieren könnten.
Von der Politik fordert die IHK deshalb einheitliche Regelungen in Europa, harmonisierte Meldesysteme, frühzeitig veröffentlichte technische Vorgaben, einfachere Nachweispflichten für kleine und mittlere Unternehmen sowie den Verzicht auf zusätzliche nationale Vorgaben über die EU-Verpackungsverordnung hinaus. Nach Ansicht der Kammer kann eine funktionierende Kreislaufwirtschaft nur gelingen, wenn Umweltziele und praktikable Umsetzung gleichermaßen berücksichtigt werden.
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