Das Bundeswirtschaftsministerium genehmigte dem chinesischen Großkonzern den Einstieg in den deutschen Markt, knüpfte die Entscheidung jedoch an strenge Auflagen zum Kundendatenschutz und weitreichende Eingriffs- und Kontrollrechte der Bundesregierung. Der Deal wird damit wirtschaftlich, sicherheits- und datenschutzpolitisch eng begleitet. Eine endgültige Entscheidung steht aber noch aus. Diesbezüglich prüft die EU-Kommission, ob chinesische Subventionen dem Konzern JD.com einen unfairen Vorteil verschafft haben und ob die Übernahme den Wettbewerb im Binnenmarkt beeinträchtigt. Das Ergebnis könnte Maßstäbe für künftige internationale Investitionen im europäischen Handel setzen.
Für die Consumer-Electronics-Branche ist die Übernahme von großer Bedeutung; der deutsche Elektronik-Fachhändler betreibt über 1.000 Märkte in elf Ländern und erzielt mehr als 23 Milliarden Euro Jahresumsatz. JD.com setzt rund 159 Milliarden US-Dollar um und verfügt über starke Kompetenzen in E-Commerce, Logistik und Technologie. Ein Abschluss der Übernahme könnte Lieferketten, Sortimentsstrategien und digitale Vertriebskonzepte europaweit verändern. Zwar haben Deutschland, Frankreich, Italien und das Bundeskartellamt bereits zugestimmt, doch ob die Transaktion den Wettbewerb stärkt oder die Marktmacht von JD.com weiter ausbaut, bleibt bis zum Abschluss aller Prüfungen offen.
Der VERE e.V. ist mit den beteiligten Kreisen in Kontakt und hält seine Mitglieder mit dem „VERE Insider“ über die weitere Entwicklung informiert.
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