Die geplante Übernahme des Handelskonzerns Ceconomy, zu dem auch Europas größter Elektronikfachhändler gehört, durch den chinesischen Onlinehändler JD.com entwickelt sich zu einem Präzedenzfall für die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Europa und China. Im Zentrum steht die Frage, wie weit die EU chinesische Unternehmen und staatliche Unterstützung kontrollieren darf. JD.com will Ceconomy für rund 2,2 Milliarden Euro übernehmen und hält bereits 82,5 Prozent der Stimmrechte. Die deutschen Behörden genehmigten den Einstieg unter Auflagen, während die EU den Deal weiter prüft. Die EU-Kommission prüft nach der Foreign Subsidies Regulation, ob staatliche Vorteile aus China JD.com einen Wettbewerbsvorteil verschafft haben und inwieweit dies den europäischen Wettbewerb beeinträchtigt.
Peking sanktioniert Kooperation mit EU
China untersagt bestimmten Unternehmen und Personen ab Mitte August 2026, Informationen an EU-Wettbewerbsbehörden weiterzugeben. Damit geraten Unternehmen zwischen zwei Rechtsordnungen: Wer Daten an die EU liefert, riskiert möglicherweise Sanktionen in China; wer chinesische Vorgaben befolgt, könnte Maßnahmen der EU ausgesetzt sein.
Ein Scheitern der Transaktion erscheint derzeit dennoch unwahrscheinlich. Die EU-Prüfung läuft bereits seit Monaten, sodass viele relevante Daten vorliegen dürften. Die chinesische Intervention ist daher vor allem ein politisches Signal.
Der VERE e.V. ist mit den beteiligten Kreisen in Kontakt und hält seine Mitglieder mit dem „VERE Insider“ über die weitere Entwicklung informiert.
Noch nicht VERE-Mitglied? Jetzt schnell hier VERE-Mitglied werden!
