Die Zahl der im Restmüll entsorgten Lithiumbatterien hat in Österreich innerhalb der vergangenen zehn Jahre deutlich zugenommen. Nach einer aktuellen Studie der Montanuniversität Leoben im Auftrag des Verbands Österreichischer Entsorgungsbetriebe (VOEB) landen inzwischen rund 17 Millionen Lithiumbatterien pro Jahr fälschlicherweise im Restmüll. Damit hat sich die Zahl der Fehlwürfe innerhalb eines Jahrzehnts vervierfacht und entwickelt sich zunehmend zu einem ernsthaften Problem für Abfallwirtschaft, Hersteller und Händler.
Steigendes Brandrisiko in der Abfallwirtschaft
Besonders alarmierend ist die Dichte der falsch entsorgten Akkus: Im Schnitt fanden die Forscher etwa acht Lithiumbatterien pro Tonne Restmüll. Hochgerechnet entspricht das rund 70 Lithiumbatterien pro Sammelfahrzeug mit einer Ladekapazität von etwa 8,5 Tonnen. Damit wird deutlich, dass leistungsstarke Energiespeicher längst kein Randphänomen mehr sind, sondern systematisch im Restmüll landen. Vor allem Produkte mit fest verbauten Lithium-Ionen-Akkus sorgen für steigende Fehlwürfe. Häufig betroffen sind Einweg-E-Zigaretten, Spielzeug, elektrische Zahnbürsten, Akkugeräte sowie kleinere Elektrogeräte. Diese Entwicklung erhöht nicht nur den Ressourcenverlust im Recycling, sondern verschärft vor allem das Sicherheitsrisiko in der Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft.
Parallel zum Anstieg der Fehlwürfe registriert die Studie einen deutlichen Zuwachs von Brandereignissen in der Abfallwirtschaft. Die Forscher werteten über 1.000 öffentlich dokumentierte Brände aus den vergangenen 18 Jahren aus. Besonders in den letzten zwei Jahren zeigt sich ein überdurchschnittlicher Anstieg – verbunden mit längeren Branddauern, größeren Schadensflächen und steigenden Kosten. Lithiumbatterien gelten dabei zunehmend als „potenzielle Brandstifter“ im Restmüll. Allein im vergangenen Jahr wurden 36 größere Brandereignisse in Betrieben der Abfall- und Ressourcenwirtschaft dokumentiert. Verbandsvertreter sprechen von einer „tickenden Zeitbombe“ für Beschäftigte, Umwelt und Entsorgungssicherheit. Trotz erheblicher Investitionen in Brandschutzmaßnahmen stoßen viele Betriebe an ihre Grenzen.
Zu niedrige Rücklaufquoten – EU-Ziele geraten unter Druck
Ein weiterer kritischer Faktor ist die vergleichsweise niedrige Rücklaufquote. Während der Anteil von Lithiumbatterien an Gerätebatterien bereits rund 46,5 Prozent beträgt, liegt die Sammelquote laut Studien bei nur etwa 13 Prozent. Insgesamt erreicht Österreich derzeit rund 53 Prozent Sammelquote bei Gerätebatterien – erforderlich wären jedoch 73 Prozent bis 2030 gemäß EU-Vorgaben. Ohne deutliche Verbesserung droht eine weitere Verschärfung der Situation. Die bestehende getrennte Sammlung reiche nicht aus, um die steigenden Risiken zu begrenzen. Neben verstärkter Aufklärung und regulatorischen Maßnahmen, insbesondere bei Einweg-E-Zigaretten, werden auch stärkere Herstellerverantwortung, eine kontinuierliche Risikoüberwachung, aber auch sinnvolle wirtschaftliche Anreize gefordert.
Für VERE ist es ein großes Anliegen, den Erhalt der deutschen und europäischen Recycling-Infrastruktur zu unterstützen, vor allem, um die größtmögliche Unabhängigkeit von Primärrohstoffen im internationalen Wettbewerb zu ermöglichen. Dies ist vor allem im Sinne unserer Mitglieder. Für eine unmittelbare Unterstützung der Recycling-Branche bietet die Initiative #LithiumVEREint ein Hilfspaket, das Materialien und Anleitungen für eine sichere Sammlung und Rücknahme von Lithiumbatterien enthält. Fordern Sie jetzt Ihr kostenloses #LithiumVEREint Hilfspaket an und tragen Sie dazu bei, dass Brände verhindert und die Recycling-Infrastruktur bewahrt werden können!
