Temu, Shein und AliExpress bauen ihre Marktposition weiter aus. Im zweiten Quartal 2026 erreichten die asiatischen Marktplätze mit 5,3 Prozent Anteil am deutschen E-Commerce-Umsatz einen Höchstwert. Während der gesamte Onlinehandel um nur 5,1 Prozent wuchs, legten die Plattformen um mehr als 20 Prozent zu. Besonders stark ist die Entwicklung im Fashion-Segment, wo inzwischen mehr als jede sechste Online-Bestellung über die Billiganbieter erfolgt.
Billigplattformen wachsen trotz Konsumflaute und neuer Zollregeln
Für Händler und Hersteller verschärft sich der Wettbewerb zunehmend über Preis, Sortiment und Liefergeschwindigkeit. Viele Verbraucher suchen trotz verhaltener Konsumstimmung gezielt nach günstigen Angeboten. Neue Zollregeln dürften daran wenig ändern: Seit dem 1. Juli fällt für Warensendungen unter 150 Euro eine Pauschalabgabe von drei Euro je Warengruppe an. Branchenexperten erwarten jedoch kaum Auswirkungen, da viele Anbieter ihre europäischen Logistiknetzwerke bereits ausgebaut haben.
Das Marktumfeld bleibt anspruchsvoll. Wirtschaftliche Unsicherheiten und geopolitische Krisen wirken sich weiterhin negativ auf die Kauflaune aus. Dementsprechend profitieren Anbieter, die niedrige Preise mit einer einfachen Customer Journey verbinden. Für deutsche Unternehmen gewinnen deshalb Differenzierung über Markenstärke, Produktqualität, Service und Vertrauen weiterhin an Bedeutung. Die aktuellen Marktzahlen zeigen allerdings, dass asiatische Plattformen bis auf Weiteres ein fester Bestandteil des deutschen Onlinehandels bleiben.
Der VERE e.V. ist mit den beteiligten Kreisen in Kontakt und hält seine Mitglieder mit dem „VERE Insider“ über die weitere Entwicklung informiert.
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