Die USA führen in mehreren Bundesstaaten Extended Producer Responsibility (EPR) für Verpackungen ein. Unternehmen müssen sich registrieren, Verpackungsdaten melden und Recyclingkosten finanzieren. Gleichzeitig werden Gebühren, Materialkategorien und Reporting-Anforderungen konkretisiert. Die Erfahrungen der EU zeigen: EPR kann Recycling finanzieren, aber auch erhebliche administrative Kosten verursachen. Unterschiedliche Registrierungen, PRO (Producer Responsibility Organisation) -Verträge, Fristen und Gebühren können für Unternehmen zur Compliance-Hürde werden. Die neue Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) harmonisiert zwar bestimmte Anforderungen, schafft jedoch keine zentrale EU-weite EPR-Registrierung.
Gemeinsame Standards statt vollständiger Vereinheitlichung
Die USA müssen ihre EPR-Systeme nicht vollständig vereinheitlichen; unterschiedliche Recyclingziele und Finanzierungsmodelle können bestehen bleiben. Entscheidend sind jedoch gemeinsame Verpackungsdefinitionen, Daten- und Reporting-Standards. Unternehmen sollten Angaben zu Material, Verpackungsart, Gewicht, Recyclingfähigkeit und Verkaufsvolumen möglichst einmal erfassen und bundesstaatenübergreifend nutzen können. Eine einheitliche Hersteller-ID, transparente PRO-Gebühren und Bagatellgrenzen für kleinere Produzenten könnten den Verwaltungsaufwand und unverhältnismäßige Fixkosten reduzieren. Eco-Modulation kann zudem Anreize für recyclingfreundliches Verpackungsdesign schaffen – entsprechende Modelle gibt es bereits in Europa und im US-amerikanischen Bundesstaat Oregon.
Die USA haben noch die Chance, eine gemeinsame administrative Grundlage für unterschiedliche EPR-Systeme zu schaffen. Aber: Ein digitales EPR-System ist nicht automatisch ein einfaches EPR-System. Einheitliche Datenstandards, Definitionen und Reporting-Prozesse können jedoch verhindern, dass die bundesstaatliche Vielfalt zu einem ähnlich komplexen Compliance-System wie in Europa führt.
Der VERE e.V. ist mit den beteiligten Kreisen in Kontakt und hält seine Mitglieder mit dem „VERE Insider“ über die weitere Entwicklung informiert.
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