Die Verabschiedung des Verpackungsrecht-Durchführungsgesetzes (VerpackDG) im Bundestag stößt in der Recycling- und Kunststoffbranche überwiegend auf Zustimmung. Vor allem die Einführung einer Verordnungsermächtigung zur Ökomodulierung gilt als wichtiger Schritt, um recyclinggerechtes Verpackungsdesign und den Einsatz von Rezyklaten künftig über finanzielle Anreize zu fördern. Gleichzeitig mahnen mehrere Verbände an, dass zentrale Herausforderungen bei der Umsetzung der europäischen Verpackungsverordnung (PPWR) ungelöst bleiben.
BDE und bvse: Zustimmung mit konkreten Forderungen
Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE) sieht insbesondere die fehlende Übergangsregelung zum neuen europäischen Herstellerbegriff kritisch. Nach Einschätzung des Verbandes könnte dadurch im zweiten Halbjahr 2026 die Finanzierung der Erfassungs- und Sortierinfrastruktur für Verkaufsverpackungen gefährdet werden. Zudem fordert der BDE den Erhalt bewährter Sammelsysteme für gewerbliche und industrielle Verpackungen, um Zuständigkeiten zwischen dualen Systemen und öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern klarer zu regeln.
Die Verankerung der Ökomodulierung im Gesetz bewerten sowohl der BDE als auch der Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) als entscheidenden Erfolg des parlamentarischen Verfahrens. Nach Ansicht des bvse sollte die Ausgestaltung zügig erfolgen, damit bereits 2027 Anreize für den Einsatz von Rezyklaten greifen. Als Vorbild nennt der Verband das französische Modell, bei dem beispielsweise Hersteller mit Rezyklatanteil von geringeren Beteiligungsentgelten profitieren. Gleichzeitig fordert der bvse stabile Absatzmärkte, mehr Nachfrage durch die öffentliche Beschaffung, schnellere Genehmigungen, wettbewerbsfähige Energiepreise sowie besseren Schutz vor Wettbewerbsnachteilen durch Importe aus Ländern mit niedrigeren Umweltstandards.
Mehr Anreize für Recycling und Rezyklate gefordert
Auch Plastics Europe Deutschland begrüßt die geplante Ökomodulierung und die Anerkennung des chemischen Recyclings. Ab 2028 sollen bis zu fünf Prozent der Recyclingquote über chemische Recyclingverfahren erfüllt werden können. Der Verband sieht darin ein wichtiges Signal für Technologieoffenheit, hält die vorgesehene Quote jedoch für zu niedrig und fordert verbindliche Perspektiven für einen weiteren Ausbau. Darüber hinaus seien bessere Rahmenbedingungen bei Energiepreisen, Bürokratie und Genehmigungsverfahren notwendig, um Investitionen am Standort Deutschland zu sichern. Positiv fällt das Fazit auch bei der Allianz Verpackung und Umwelt (AVU) aus. Die Organisation erwartet, dass finanzielle Anreize für recyclinggerechtes Verpackungsdesign und den Einsatz von Rezyklaten Investitionen in die Kreislaufwirtschaft fördern. Gleichzeitig müsse die Ausgestaltung möglichst unbürokratisch erfolgen und Einnahmen aus möglichen Aufschlägen gezielt zur Stärkung der Ressourcenschonung eingesetzt werden. Zudem fordert die AVU schnellere Zulassungsverfahren für Rezyklate im Lebensmittel- und Kosmetikbereich sowie strengere Kontrollen von Importen.
Der Bundesverband Nachhaltige Wirtschaft (BNW) unterstützt ebenfalls die Konkretisierung der Ökomodulierung und fordert, die Anreize für den Rezyklateinsatz wie vorgesehen bereits 2027 wirksam werden zu lassen. Aus Sicht des Verbandes sollte dabei insbesondere der Kunststoffrezyklatmarkt gestärkt und europäische Hersteller bevorzugt werden, um Lieferketten robuster und unabhängiger zu machen.
Der VERE e.V. ist mit den beteiligten Kreisen in Kontakt und hält seine Mitglieder mit dem „VERE Insider“ über die weitere Entwicklung informiert.
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