Die europäische Verpackungsbranche positioniert sich klar gegen Bestrebungen, die EU-Verpackungsverordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) erneut zu öffnen oder deren Inkrafttreten zu verzögern. Besonders der Branchenverband Flexible Packaging Europe warnt davor, dass jede politische oder regulatorische Verschiebung erhebliche Risiken für Industrie, Handel und die gesamte Verpackungswertschöpfungskette in der EU mit sich bringt. Die PPWR soll ab dem 12. August 2026 in allen EU-Mitgliedstaaten verbindlich gelten und erstmals einen harmonisierten Rechtsrahmen für Verpackungen schaffen. Vor diesem Hintergrund fordert die Branche keine Neuausrichtung der Verordnung, sondern eine zügige und praxisnahe Umsetzung durch die Europäische Kommission. Entscheidend seien dabei klare, einheitliche und umsetzbare Leitlinien, die Unternehmen entlang der gesamten Lieferkette Planungssicherheit geben.
Händler und Hersteller müssen neue Vorgaben zu Recycling, Rezyklaten, Verpackungsminimierung und Marktbegrenzungen direkt umsetzen. Flexible Packaging Europe sieht die EU-Kommissionshinweise als unzureichend für eine europaweite Einheitlichkeit und fordert konkrete Rechtsakte in Abstimmung mit nationalen Behörden, etwa bei PFAS und Recyclingquoten. Die Branche hat bereits mehr als eine Milliarde Euro in Forschung investiert, um sich auf die PPWR-Anforderungen vorzubereiten. Jede Verzögerung oder erneute politische Diskussion gefährdet diese Investitionen und erschwert die Planung für Unternehmen.
Zudem warnt der Verband vor einer zunehmenden Fragmentierung des Binnenmarktes, falls die EU keinen stabilen und einheitlichen Rechtsrahmen gewährleistet. Ohne klare europäische Vorgaben könnten einzelne Mitgliedstaaten eigene Regelungen einführen, was zu Wettbewerbsverzerrungen und zusätzlicher Komplexität für international tätige Unternehmen führen würde. Für Händler und Hersteller ist klar, dass die PPWR zum zentralen regulatorischen Rahmen für Verpackungen in Europa wird. Stabilität, Geschwindigkeit und Klarheit bei der Umsetzung gelten aus Branchensicht als entscheidend, um Innovationen nicht auszubremsen und den Übergang zu einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft im europäischen Verpackungsmarkt nicht zu verzögern. Bedeutet: die Verpackungsbranche ist aufgestellt, Händler und Hersteller sollten spätestens jetzt aktiv werden, denn sonst droht ein Vertriebsverbot durch die Verpackungsverordnung.
Der VERE e.V. ist mit den beteiligten Kreisen in Kontakt und hält seine Mitglieder mit dem „VERE Insider“ über die weitere Entwicklung informiert.
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