In einem Interview für CE-Markt mit dem Titel Ein ganzheitlicher Blick auf die Kreislaufwirtschaft äußerte sich Alexander Goldberg, Vorstand der Stiftung Elektro-Altgeräte Register, jüngst zur Frage, ob die Sammel-Quoten für Altgeräte ein sinnvolles Instrument seien.
Dazu Alexander Goldberg: „Die Sammelquotenvorgaben der Richtlinie 2012/19/EU sind lebensfremd und ungeeignet für die Praxis. Die EU gibt heute vor, dass 65 Prozent der in den letzten drei Jahren im Durchschnitt in Verkehr gebrachten Elektrogeräte, als Altgeräte gesammelt werden müssen. Erstaunlicherweise hat die EU dabei keine einheitlichen Verfahren für die Bemessung der in Verkehr gebrachten und gesammelten Mengen oder die Quotenberechnung festgelegt. Vielmehr können Mitgliedsstaaten hier relativ frei agieren und z. B. in Verkehr gebrachte wie auch gesammelte Mengen schätzen, den Anwendungsbereich enger auslegen und mehr Produkte ausnehmen, Produktgewichte unterschiedlich anwenden, Trittbrettfahrer nicht verfolgen etc. Auch der Zeitraum von drei Jahren ist ungeeignet, um die Massen langlebiger Produkte, wie z. B. Kühlschränke und PV-Module, richtig und ausreichend zu berücksichtigen.“
Diese Faktoren beeinflussen maßgeblich die zugrunde liegenden Mengen und damit die Höhe der Sammelquote. In der Praxis führt das dazu, dass Sammelmengen und Quoten zwischen den Mitgliedstaaten kaum vergleichbar sind und keine belastbaren Aussagen über die tatsächliche Leistungsfähigkeit der Kreislaufwirtschaft zulassen. Gleichwohl wird die Quote weiterhin herangezogen, um etwa kollektive Sammelsysteme in Deutschland zu begründen – ohne konkret darzulegen, wo und wie die prognostizierten zusätzlichen Mengen von bis zu 1,2 Mio. Tonnen jährlich überhaupt erfasst werden sollen. Hinzu kommt, dass die Berechnung der Quote so komplex ist, dass sie sich kaum für die Verbraucherkommunikation eignet. Zielführender wäre, so Alexander Goldberg, ein einfaches, nachvollziehbares Zielmaß wie zum Beispiel Kilogramm pro Einwohner.
Die Argumentation ist insofern bemerkenswert, als dass VERE seit Jahren das Problem der Sammelquoten kritisiert.
Der VERE e.V. ist mit den beteiligten Kreisen in Kontakt und hält seine Mitglieder mit dem „VERE Insider“ über die weitere Entwicklung informiert.
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