Wie können Europas Rohstofflager auf ein neues Niveau gebracht werden?

Elektroschrott wird zum Rohstofflager: Ein neues EU-Projekt will kritische Rohstoffe aus ausgedienten Geräten zurückgewinnen. Robotik, KI und digitale Produktpässe sollen dafür den Weg zur zirkulären Elektronikindustrie ebnen.

Im Juni 2026 startete mit Circuit4EU ein EU-Projekt, das aus ausgedienten Elektrogeräten neue Rohstoffquellen für Europas Industrie macht. So können aus Laptops, WLAN-Routern, E-Scootern oder Geschirrspülern kritische Rohstoffe zurückgewonnen werden.

Im Mittelpunkt dieses Projekts stehen neun von der EU als kritisch eingestufte Rohstoffgruppen, darunter Kobalt, Nickel, Kupfer, Tantal, Antimon, Bor, Platingruppenmetalle sowie leichte und schwere Seltene Erden. Das eröffnet Perspektiven für eine stärker europäisch ausgerichtete Rohstoffversorgung. Das von Arts et Métiers koordinierte Horizon-Europe-Projekt vereint 21 Partner aus neun Ländern. Bis Ende 2029 sollen zehn Technologien bis zum Reifegrad TRL 7 entwickelt werden. Dazu gehören robotische Demontage, Entlöten, hydrometallurgische Verfahren, digitale Produktpässe und KI-gestützte Qualitätskontrolle.

Der wirtschaftliche Hebel liegt in der Vernetzung: Künftig könnten Refurbisher und Recycler schon digital erkennen, welche kritischen Rohstoffe verfügbar sind, und hochwertige Komponenten gezielt beziehen. Damit soll Elektroschrott vom Entsorgungsproblem zum strategischen Rohstofflager werden und den Weg zu einer zirkulären Elektronikindustrie ebnen.

Der VERE e.V. ist mit den beteiligten Kreisen in Kontakt und hält seine Mitglieder mit dem „VERE Insider“ über die weitere Entwicklung informiert.      

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