9. Podiumsdiskussion am 9.9.2026 in Hamburg im Mövenpick Hotel

Steigende Compliance-Anforderungen in Zeiten von Protektionismus und stagnierendem Wachstum. Geht das für den europäischen Mittelstand gut aus?

In unserer Podiumsveranstaltung bringen wir Themen der erweiterten Hersteller- und Produktverantwortung mit der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Lage zusammen und betrachten die Herausforderungen für Unternehmen aus verschiedenen Blickwinkeln. Kostenlos für VERE Mitglieder!

×

Textil-Herstellerverantwortung ohne Zentralisierung?

Mit dem Textildialog und der geplanten erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) soll die textile Kreislaufwirtschaft nachhaltiger werden. Zwischen politischen Zielen und praktischer Umsetzung bestehen jedoch viele offene Fragen. Neben neuen Pflichten geht es vor allem um faire Wettbewerbsbedingungen, funktionierende Recyclingstrukturen und die Zukunft der Lieferketten. Die neue Verantwortung kann Innovation fördern oder aber bestehende Marktstrukturen gefährden.

Die Textilwirtschaft steht vor einem Wendepunkt: Der Textildialog „Dialogue for Impact and Sustainable Textiles“ (DST) und die geplante erweiterte Herstellerverantwortung (EPR) sollen nachhaltige Strukturen schaffen. Für Hersteller, Händler und Marken sollen dabei klare Regeln, finanzielle Verantwortung und wirtschaftlich tragfähige Kreislaufmodelle im Mittelpunkt stehen. Offen ist unter anderem noch, welche Ziele verbindlich werden und welche Auswirkungen neue Vorgaben auf Lieferketten, Produktentwicklung und Kosten haben.

Textilrecycling zwischen Herstellerverantwortung und Kreislaufwirtschaft

Beim 13. Internationalen Alttextiltag des bvse-Fachverbands Textilrecycling wurde deutlich: Die Branche unterstützt die erweiterte Herstellerverantwortung grundsätzlich, lehnt jedoch eine übermäßige Zentralisierung ab. Hersteller sollen künftig stärker für Finanzierung und Nachhaltigkeitsziele ihrer Produkte einstehen. Aus Sicht des bvse muss das EPR-System Wettbewerb sichern und spezialisierte Unternehmen für Sammlung, Sortierung und Recycling einbinden. So bleibt bestehendes Know-how erhalten und Materialströme werden nicht ausschließlich zentral gesteuert. Darüber hinaus bleibt die Qualität zurückgewonnener Textilien eine zentrale Herausforderung, denn Ultra Fast Fashion, steigende Importe und stark verunreinigte Sammelware erschweren das Recycling und erhöhen die Kosten. Ohne langlebige, reparierbare und recyclingfähige Produkte droht die Kreislaufwirtschaft an der Materialqualität zu scheitern. Nachhaltigkeit beginnt deshalb bereits bei Materialauswahl und Produktdesign.

Aufsicht statt Marktsteuerung: Stiftung EAR als Vorbild?

Als mögliches Modell für die Organisation der Textil-EPR gilt die Stiftung EAR, die bereits Registrierungssysteme für Elektrogeräte betreibt. Nach Auffassung des bvse sollte eine zentrale Stelle registrieren und überwachen, jedoch nicht selbst in Marktprozesse eingreifen. Private Sammler, Sortierer und Recyclingunternehmen sollen eigenständige Partner des Systems bleiben. Die Ausgestaltung der Herstellerverantwortung wird die Textilbranche langfristig prägen. Für Unternehmen wird Nachhaltigkeit zunehmend zum wirtschaftlichen Faktor: Wer zeitnah transparente Lieferketten, recyclingfähige Produkte und Rücknahmestrategien entwickelt, kann regulatorische Anforderungen besser erfüllen. Ob die EPR tatsächlich mehr Kreislaufwirtschaft ermöglicht oder vor allem zusätzliche Kosten verursacht, wird sich letztlich an ihrer praktischen Wirksamkeit messen lassen. Derzeit wird bereits an einem Referentenentwurf für das neue Textilgesetz gearbeitet, der noch im Sommer vorgelegt werden soll.

Der VERE e.V. ist mit den beteiligten Kreisen in Kontakt und hält seine Mitglieder mit dem „VERE Insider“ über die weitere Entwicklung informiert.      

Noch nicht VERE-Mitglied? Jetzt schnell hier VERE-Mitglied werden!  

Bei Fragen oder konkreten Anfragen sind wir für Sie ansprechbar.
Christoph Brellinger
Kontakt

Christoph Brellinger
Geschäftsführer

Tel.: 040 750687 – 200

info@vereev.de

Exklusiver Inhalt – nur für VERE Mitglieder
  • Politische Vertretung Ihrer Interessen bei der erweiterten Herstellerverantwortung
  • Preisvorteile auf Leistungen der take-e-way GmbH und trade-e-bility GmbH
  • Kostenlose anwaltliche Erstberatung bei Problemen durch Verkauf
  • Jährlich kündbar, keine lange Bindung
  • News Inhalt sofort durch Mitgliedsnummer freischalten
Jetzt hier Mitglied werden für nur 25 Euro im Jahr!
Mitgliedsnummer unbekannt?